Neue Regionalgruppe für NRW gegründet

Neue Regionalgruppe für NRW gegründet

Im Februar 2020 trafen sich acht nordrhein-westfälische Vereine, um die Regionalgruppe NRW der Bundesvereinigung Kulturelle Teilhabe e.V. (BVKT) zu gründen. Unter der Vision „Kultur für alle“ arbeiten die Mitgliedsvereine der BVKT daran, Menschen den Zugang zu Kultur- und Sportveranstaltungen unabhängig vom Einkommen zu ermöglichen. 

Im Düsseldorfer Salzmannbau, Heimat der Kulturliste Düsseldorf e.V., kamen erstmals acht Initiativen aus Nordrhein-Westfalen als neue BVKT-Regionalgruppe NRW zusammen. Ziele der Landesgruppe sind die bessere Vernetzung, sowie der verstärkte Austausch und die gegenseitige Unterstützung über die Städte und Regionen NRWs hinaus. Alle Vereine arbeiten nach dem gleichen Prinzip: Sie verbinden soziale und kulturelle Einrichtungen, um Menschen mit geringem Einkommen den kostenfreien Besuch kultureller und sportlicher Veranstaltungen zu ermöglichen. Der Abbau von finanziellen und emotionalen Barrieren beim Kulturbesuch, sowie die Verbesserung der Teilhabechancen von Kulturnutzer*innen mit Beeinträchtigungen stehen im Vordergrund ihrer Arbeit.

Mitglieder der Landesgruppe sind aktuell: Kulturöffner Bielefeld, KulturTafel Bonn e.V., Kulturliste Düsseldorf e.V., Kulturbühne der Euskirchener Region, Kulturliste Köln e.V., KulturDrehscheibe Leverkusen e.V., KulturPott.Ruhr e.V. und KULTUR:live Siegen. Sie sind nur ein Teil aller Initiativen, die in NRW in diesem Bereich tätig sind. Weitere Mitglieder folgen voraussichtlich noch in diesem Jahr. Sprecher*innen der Regionalgruppe NRW sind Judith Eilers von der Kulturliste Düsseldorf und Susanne Wankell von der Kulturliste Köln.

„Kulturelle Teilhabe darf sich nicht auf einzelne Metropolen beschränken. Daher nutzen wir jetzt die Chance, so viele großartige Initiativen in ganz NRW unter einen Hut zu bringen und damit möglichst viele Menschen mit unseren Angeboten zu erreichen“, so Judith Eilers. 

Bei dem Gründungstreffen beschloss die Gruppe ihr erstes gemeinsames Projekt: die Teilnahme am NRW-Tag 2020 in Köln (21. bis 23. August). Die Vereine der Regionalgruppe werden dort mit einem gemeinsamen Stand vertreten sein, um Bürger*innen über die Möglichkeiten der Kulturellen Teilhabe und die einzelnen Vereine in NRW zu informieren. 

Freiwilliges Engagement, das wirkt

Freiwilliges Engagement, das wirkt

kulturport.de |

Kulturlogen setzen sich für kulturelle Teilhabe ein, indem sie nicht verkaufte Kulturplätze an Menschen mit geringem Einkommen vermitteln, die sich einen Kulturbesuch nicht leisten können. Die bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Kulturlogen in Deutschland (BAG) ist ein Netzwerk für Kulturlogen und vergleichbare Initiativen der niedrigschwelligen Kulturvermittlung. Sie organisiert und fördert den inhaltlichen Austausch untereinander und legt großen Wert auf einen gleichberechtigten Umgang. (mehr …)

Tafel, Tütenmilch und Tickets

Tafel, Tütenmilch und Tickets

Kino und Konzerte kosten viel Geld. Deshalb können Arbeitslose und Geringverdiener da nicht hingehen. Es sei denn, sie haben eine „Kukuk“. Oder die Kulturloge ruft bei ihnen an.
publik-forum 11/2014 | von Gunhild Seyfert

Draußen stehen und ausgeschlossen sein. Von der weit entfernten Open-Air-Bühne ist hinreißende Musik zu hören, das Publikum fällt ein mit rhythmischem Klatschen und singt begeistert mit. Andrea Grawe steht am hohen Absperrzaun und drückt sich die Nase platt. Wenigstens etwas erhaschen möchte sie so von dem Konzert, in das sie gerne gegangen wäre. Aber wieder einmal konnte sie sich die Eintrittskarte nicht leisten. Alleine zu Hause sitzen? Das wollte sie auf keinen Fall. So hört sie die Musik, die sie in gute Stimmung bringt, und doch spürt sie auch ihren Frust und die Wut. Weil sie zu wenig Geld hat, kann sie höchstens Zaungast sein.

Für Menschen, die an der Armutsgrenze leben – darunter viele alleinerziehende Mütter und ihre Kinder, Arbeitslose und Mini-Rentner –, ist Kultur ein unerreichbarer Luxus. Ein alleinstehender Empfänger von Hartz IV beispielsweise bekommt im Monat 391 Euro. Wenn die Premiere von Schillers »Räubern« im Stadttheater aber 25 Euro, das Musical »König der Löwen« auch in der letzten Reihe noch 52 Euro, die »Zauberflöte« im Opernhaus 60 Euro und der Sitzplatz bei den Wise Guys 30 Euro kosten, wird so ein Ticket unerschwinglich. Menschen mit wenig Geld sind hierzulande vom Kulturbetrieb gleichsam ausgeschlossen.

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Ein Riesentheater

Ein Riesentheater

Enter # 25 | von Henrik Flor |

Ein Riss geht durch die Kulturlogen. Die Marburger Kulturloge und ein neu gegründeter Bundesverband reklamieren Namen und Logo der Bewegung für sich. Das passt nicht allen Kulturvermittlern. Sie proben den Aufstand und pochen auf ihre Unabhängigkeit.

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Eine bundesweite Bewegung

Eine bundesweite Bewegung

Kulturpolitische Mitteilungen, Heft 136 I/2012 | von Marc Grandmontagne, Antonia Illich, Miriam Kremer, Angela Meyenburg |

In Deutschland haben 12 Millionen Menschen weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens zur Verfügung und gelten als armutsgefährdet. Dies geht aus dem Armutsbericht 2011 hervor, den der Paritätische Wohlfahrtsverband im Dezember 2011 veröffentlicht hat. Armut führt nicht nur zu materiellem Mangel, sondern fördert auch soziale Ausgrenzung. Seit 2010 engagieren sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger gegen diese Entwicklung, indem sie nicht verkaufte Kulturplätze kostenfrei an Menschen vergeben, die das Bedürfnis nach kultureller Teilhabe verspüren, aus finanziellen Gründen solche Angebote aber nicht wahrnehmen können.

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